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St.Tropez - Tour 2003

Ein Bericht von Mirco Jahnke

Am Anfang steht wie jedes Jahr natürlich die Anfahrt in den ca. 1000 km entfernten Süden von Frankreich. Dieses Mal haben wir beschlossen in der Nacht los zu fahren, genauer gesagt zu unmenschlichen Zeiten und zwar um dreiviertel drei. Aber was tut man nicht alles für unseren Reiseleiter Stefan, der übrigens auch den größten Teil der Reise mit geschlossenen Augen verbrachte, um natürlich ausgeruht die Sonne und das Meer zu begrüßen. Zwar sind wir in diesem Jahr nur zu viert unterwegs, das Gepäck jedoch reicht für eine ganze Gruppe von Tauchern. Zum Glück hat Andreas einen großen Anhänger neben seiner Garage stehen, der bis Oberkante mit Tauchequipment gefüllt wurde.
Nach elf Stunden Fahrt durch wunderschöne Landschaften (denn ich lasse die Augen offen!) erreichen wir Kon Tiki , welches sich im Vergleich zum letzten Jahr kaum verändert hat. Sogar das selbe Mobilhome wie letztes Jahr ist für uns reserviert. Sprich die Nummer 35 nur ein paar Meter gegenüber der Tauchbasis von Alex, der uns erst am nächsten Morgen begrüßt. Die Anmeldeformalitäten klären wir mit Kurt, einem Barakudatauchlehrer, der uns schon beim Einzug als Taucher identifiziert hat und uns die Ausrüstung gleich verstauen läßt. Ein altes Vorurteil besagt zwar, daß Pfälzer und Saarländer sich nicht sehr rosig sind aber hier sei gesagt, auf Kurt trifft dies nicht zu. Deshalb haben wir auch bis zum Schluß ein super Verhältnis. Das stellt sich auch recht schnell zu den anderen Basisangestellten ein. Da wären natürlich Michael der Teki-PADI-Instructor, Nico und Stephan der französische Tauchlehrer zu erwähnen. Ganz oben ist natürlich Alex anzusiedeln, der uns trotz großer belgischer und französischer Tauchgruppen, ein wunderbares Tauchprogramm in Aussicht stellt. MartinNach einigen kurzfristigen Änderungen "scheppern" wir auf den Wellen Richtung "Le Espingole", das Torpedoboot, welches gleich zum Einstieg auf 40 m liegt. Das Wasser ist hier unten zwar etwas frisch aber mit dem neuen 7 mm ist das kein Problem. Außerdem bin ich viel zu viel mit dem Innenleben des Wracks beschäftigt. Ein Steinfisch hier, einer dort und auch eine kleine Muräne zeigt ihre hübschen Zähnchen und will sagen, haut ab, das ist mein Schiff (wenn auch schon ein wenig zerfallen).
Am Nachmittag schnallen wir das schwere Doppelgerät ab und nehmen die um einiges leichtere Nitroxflasche zur Hand oder besser gesagt auf den Rücken. Mit der Herde Franzosen zusammen (welch ein verspieltes Volk) tauchen wir bei Sardinaux unter und schauen dort nach dem Rechten. Hier geht es in ein hübsch bewachsenes Tal und auf dem Rückweg kann man noch um den kleinen Leuchtturm herumtauchen.
Der Abend dient zur Entspannung! Und das machen wir auch- gemütlich mit einer Flasche Wein (natürlich aus der Pfalz) und unserer Medizin aus Rumänien "Balinka" (60 %ig). Eigentlich wollen wir den nächsten Tag schon zur Togo aber leider macht uns das Wetter einen dicken Strich durch die Rechnung. Aber wir sind ja hier in Südfrankreich und gleich um die Ecke (ein paar Kilometer entfernt) liegt St. Tropez.
Im Grunde genommen ist es eigentlich nichts besonderes. Wir parken am Hafen gleich hinter der berühmten "Gendarmerie de Nationale", wo schon Louis de Funes sein Unwesen trieb. Klar die großen und kleinen Jachten für den großen und kleinen Geldbeutel bewegen einen schon mal kurz stehen zu bleiben aber ansonsten ist St.Tropez eben nur St. Tropez! Anschauen kann man es sich schon einmal. Manch einer war ja auch schon öfters zum Tauchen dabei aber eben noch nie in St. Tropez. Statt dessen taucht er lieber hinter dem Küchentisch auf der Eckbank (der Autor verzichtet auf eine Namensnennung aus Angst vor Zensur!).
An den nächsten beiden Tagen kommen die Herausforderungen: Zuerst die "Poursiuvante", ein französischer Zerstörer, der zwar auch durch seine Größe beeindruckend ist aber längst nicht so herrlich bewachsen wie die "Togo". Es ist immer wieder ein Genuß, wenn man vom Grund aus die Bordwand hochblickt und die wunderschönen Gorgonien anschauen kann. Es wäre ein Verbrechen! Würde man in Südfrankreich gewesen sein, ohne einen Tauchgang an ihr gemacht zu haben: "Le Rubis" Rubiseinem der bekanntesten Wracks im Mittelmeer. Und da sie zu Alex Markenzeichen gehört, darf ein Tauchgang am U-Boot natürlich nicht fehlen. In unserem Fall gleich zweimal an einem Tag- erst früh am Morgen dann noch mal am Abend (Alex wir lieben dich!)
Naja ein bißchen Glück gehört auch noch dazu. Erst recht wenn der Basisleiter einen Buddy Inspiration Kurs macht. Übrigens sei an dieser Stelle gesagt, daß ab nächstes Jahr der gute Alex beabsichtigt, Reabreathertauchen mit in sein Programm zu nehmen. Da kenne ich jemanden, dessen Augen jedes Mal sehr groß werden, wenn die Inspirationgruppe zum Strand marschiert kommt (auch dieser Name wird nicht genannt!).
Am letzten Tag unserer Tauchexpedition "scheppern" wir noch ein bißchen weiter in die andere Richtung zur "Relax". Natürlich verbirgt sich dahinter auch ein Wrack, welches bei knapp 34 m den Grund berührt. Die "Relax" war ein kleiner Küstenfrachter, der vor ungefähr 30 Jahren gesunken ist. Das Wrack steht aufrecht auf dem Grund und ist noch sehr gut erhalten. Außerdem besteht hier die Möglichkeit, in den Führerstand hinein zu tauchen. Ansonsten ist es auch schon recht hübsch bewachsen und beim genauen Hinsehen, findet man auch hier DrachenköpfeDrachenkopf, die es sich auf dem Frachter bequem gemacht haben.
Nach einem kleinen Happen und wie immer ein wenig Siesta, steuern wir mit Stephan und unseren "belgischen Wühlmäusen", die "Le Telle" als unser letztes Ziel für dieses Jahr an. Sie liegt in angenehmen "Flachwasser" nahe an Felsen, welche ihr auch 1913 aufgrund eines starken Ostwindes zum Verhängnis wurden. Die Kollision muß wohl ziemlich stark gewesen sein, denn die Teile des ehemaligen Küstenfrachters liegen weit zerstreut. Wenn die Sonne scheint, kann hier ein wunderbar gemütlicher Tauchgang gemacht werden, der sich ideal als Nachmittagstauchgang eignet, wenn es morgens mal etwas "tiefer" geht.
So schnell wie die Tauchgänge sind natürlich auch die Tage in KonTiki zu Ende. Doch an dieser Stelle möchten wir auch danke sagen und zwar an unsere ärztliche Betreuung (zahnärztlich-ohne Krankenschein) in der direkten Nachbarschaft: Bodo Gewalt und Thomas Franck. Ohne Euch wären die feuchtfröhlichen Stunden vielleicht doch nicht so feucht gewesen aber auch in erster Linie nicht so fröhlich und unterhaltsam. Es macht immer Spaß den alten Hasen zuzuhören, wenn sie über ihre Erlebnisse berichten! Außerdem sagen wir auch danke an das super Team der European Diving School. "Jungs mit Euch war's suppi!"
Gruß auch an alle die nicht dabeigewesen sind: Ihr habt was versäumt!

Last modified: 31.10.2005
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