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Kreideseetour - Hemmoor vom 07.04. bis 11.04.03

Ein Bericht von Mirco Jahnke

Also zuerst einmal vorweg ein "Danke!" an einen Unbekannten in seinem Mercedes in der großen Stadt Bremen, ohne den wir wahrscheinlich nie angekommen wären oder vielleicht immer noch im Großstadtsumpf kämfen würden.
Dieser freundliche alte Herr, den wir auf der Autobahn (im Stau) kenngelernt haben, nahm sich unser an, als wir vor unserer geplanten Abfahrt von der A45 direkt nach Bremen hinein umgeleitet wurden, weil ein Tanklaster sich wohl querlegen mußte. Ihm ist es zu verdanken, daß wir den Weg nach Bremervörde auf der B74 gefunden haben und somit die letzte Etappe nach Hemmoor einschlagen konnten. Dies war uns doch gerne eine Flasche Weißherbst aus unserem Proviant Wert - als kleines Dankeschön.

WohnanlageUm 15:30 Uhr fuhren wir dann endlich auf das Gelände des Kreidesees und holten uns gleich bei der Tauchbasis von Holger Schmoldt den Schlüssel für unser Ferienhaus ab. Das Unternehmen EURO Trend hatte direkt neben dem See ein kleines Häuserdorf im skandinavischen Stil errichtet, welches sich Tauchern geradezu anbietet dort zu "hausen". Es gibt 3 Kategorien von Unterkünften und natürlich war nur das Beste gut genug. Das Modell Stockholm bot uns ein schmuckes Häuschen mit drei Schlafzimmern, einem Wohn- u. Eßzimmer mit voll eingerichteter Einbauküche (sogar mit Spülmaschine), Fernseher mit SAT- Empfang sowie einer kleinen CD-Anlage und natülich einem großen Bad, indem eine kleine Sauna integriert ist.
EinstiegNachdem wir dann eingezogen waren, beschlossen wir einen kleinen Spaziergang am See entlang zu machen, bei dem Andreas und ich - denn wir waren schon mal vor 2 Jahren dort - die anderen über die Einstiege informierten. Ausführliche Informationen konnten wir aus der Infobroschüre des VIST- Wachdienstes erhalten, die eigentlich kurz und kanpp den See mit seinen 5 Einstiegen beschreibt und natürlich die Tauchregeln sowie ein paar wichtige Hinweise über die Tauchbedingungen beinhaltet. Jeder Taucher sollte sich zuerst mal ein bißchen Zeit nehmen und die 7 Seiten aufmerksam durchlesen, bevor er mit dem Tauchen beginnt. Außerdem sei gesagt: Tauchen in Hemmoor heißt in erster Linie "Trockentauchen", denn der See hat auch im Hochsommer unterhalb von 16 Metern eine Temperatur von 4 bis 5°C.
Am nächsten Morgen haben wir uns dann in der Basis zum Tauchen angemeldet und die Tauchgenehmigung ( 8 Euro/ Tag ) bezahlt. Es ist üblich gleich alle Tauchtage auf einmal zu bezahlen, somit fallen nur noch die Füllkosten an, die mit 35 Cent/Liter Luft zu Buche schlagen. Nach den ganzen Formalitäten beschließen wir, unseren Tauchgang gleich am bekanntesten Tauchplatz des Kreidesees zu machen - dem Rüttler, der vor Einstieg 3 liegt.
Zwei Bojen kennzeichnen jeweils die rechte und linke Ecke des Gebäudes mit seiner Brücke und bieten somit gute Abstiegsreferenzen. Doch auch hier gibt es Regeln, die es nur Silbertauchern oder vergl. brevetierten Tauchern erlaubt dort zu tauchen. Es ist möglich unterhalb der großen Rutsche teilweise in das Gebäude einzutauchen. Der Rest jedoch wurde aus Sicherheitsgründen dicht gemacht und ist verschlossen. Weiter oberhalb sind jeweils rechts und links Luftblasen in denen man auftauchen kann.
Wir "genießen" den Tauchgang im 5 °C kalten Wasser. Immerhin waren wir auf 37m Tiefe und mit der Zeit zwingt uns der Computer - aber auch die "kühle Erfrischung" - den Tauchgang zu beenden. Eine weitere erfreuliche Angelegenheit im Hemmoor sind die flossentauglichen Sprossen der Metalleitern, mit deren Hilfe man ungehindert auf den Holzsteg steigen kann. Wir verstauen unsere Sachen im Auto und fahren den kurzen Weg zu unserem Haus zurück, wo wir uns mit ein paar Leckereien eine Mittagspause gönnen, bevor es um halb zwei weiter geht zum zweiten Tauchgang am Rüttler. Am Abend nutzen wir die volle Ausstattung unserer Hütte. Nachdem wir unsere Anzüge im hauseigenen Schuppen untergebracht haben, beschließen wir noch zwei, drei Gänge in der Sauna, die in unserem Bad integriert ist, zu machen. Stefan unser Saunameister heizte uns kräftig ein. Doch Vorsicht! Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist gerade hier wichtig, sonst kann der Spaß durch den Flüssigkeitsverlust böse enden. Den Rest des Abends verbringen wir mit einem Gläschen in vertrauter Runde auf der Couch.

Ein weiteres Highlight des Sees ist die Steilwand bei Einstieg 5. Doch Vorsicht - diese fällt ab bis 55m. Auch dieser Tauchplatz ist nur für erfahrene Taucher freigegeben. Mittags wollen wir zum Einstieg 1. Er liegt direkt neben der Wache und zeichnet sich durch eine alte Straße, die in den See führt. Dieser Tauchgang beginnt hier sehr flach und wir tauchen einfach der Straße nach. Rechter Hand liegt ein kleiner Wald, der bis auf eine Tiefe von ca.12m liegt. Vor uns taucht mitten auf der Straße ein weißer Polo auf, den wir natürlich von hinten bis vorne durchleuchten, bis weitergetaucht wird. Langsam erreichen wir die 20m Grenze. Noch schnell auf 23m, wo ca. 300m vom Einstieg aus eine alte Betonschütte liegt. Etwas mühsamer zu erreichen ist der Einstieg 4. Hier besteht die Möglichkeit zu einem Wohnwagen auf ca.25m Tiefe sowie zu einem zweiten PKW auf 19m abzutauchen.

Am Ende stellen wir fest: Hemmoor hat für jeden etwas! Doch wer hier tauchen möchte muß sich an gewisse Spielregeln halten, die nicht einfach nur so bestehen, sondern dem eigenen Schutz dienen. Denn schließlich möchte man ja wieder kommen. Wir zumindest, haben es schon beschlossen!

Zur Orientierung habe ich noch die Karte vom Kreidesee.

Karte Kreidesee

Wenn Ihr genauere Informationen über den Kreidesee möchtet oder die Karte vom Tauchgebiet, dann kommt einfach im Geschäft vorbei.

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Last modified: 31.10.2005
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